Vor 80 Jahren: Das Ende von Muckermanns Exilzeitung

DER DEUTSCHE WEG endete mit dem Einmarsch der Wehrmacht in Holland im Mai 1940

Vom Sommer 1934 bis zum Frühjahr 1940 wurde die Wochenzeitung DER DEUTSCHE WEG (DDW) von Friedrich Muckermann und Josef Steinhage im niederländischen Oldenzaal herausgegeben. Sie wurde in bis zu 80 Länder vertrieben.

In dieser christlich geprägten Wochenzeitung wurde über die deutschsprachigen Länder und besonders über die Situation im deutschen Reich berichtet. Somit wurde immer wieder auf Rechtsverstöße und Zwangsmaßnahmen im „3. Reich“ hingewiesen. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Zeitung von den Nazis verboten wurde. Ungeachtet des Verbots gelangte sie illegal (meistens über kirchliche Kanäle) auch weiterhin nach Hitlerdeutschland. Während Josef Steinhage die technische Herstellung (auch mit Hilfe seiner Kinder) besorgte war der Bückeburger Jesuitenpater Friedrich Muckermann für den Inhalt verantwortlich. Auch nachdem Pater Muckermann nach Rom berufen worden war gelangten seine Artikel nach Oldenzaal und erschienen in der Zeitung. Und auch während seines Aufenthaltes in Wien kamen seine Briefe unter Decknamen bei Josef Steinhage an. Doch die Besetzung der Niederlande durch die Wehrmacht am 10. Mai 1940 beendete das Erscheinen der Wochenzeitung. Nr. 30 31.07. 1938 Aber der damals 20jähriger Sohn Hans sorgte dafür, dass die Sammlung der Ausgaben erhalten blieb. Ohne Wissen des Vaters versteckte er die Sammlung aller gedruckten Ausgaben des DDW unter dem Dach des Nachbarhauses.

Während Vater Josef Steinhage rechtzeitig untertauchte (und so den Krieg überlebte) wurden seine Kinder Maria und Hans wegen der Mithilfe bei der Herstellung der Exilzeitung verhaftet. Maria ins KZ Ravensbrück und Hans kam ins KZ Sachsenhausen. Während Maria kurz vor Kriegsende sehr geschwächt vom Roten Kreuz nach Schweden mitgenommen wurde blieb ihr Bruder bis zum bitteren Ende in Sachsenhausen.

Die von Hans Steinhage geretteten Ausgaben der DDW sind inzwischen auch im Internet zu finden. Die Deutsche Nationalbibliothek Leipzig hat sie als Digitalisat ins Netz gestellt.